Kickstarter: WakaWaka Power

WakaWaka Power

(c) by http://www.kickstarter.com

Schon länger interessiere ich mich für eine Solarzelle, die ich auf Wanderungen mitnehmen kann, um unabhängig von Steckdosen zu sein. Umso besser, dass ein aktuelles Kickstarter Projekt namens WakaWaka Power sich darum dreht. Es hat sich zum Ziel gesetzt, ein brieftaschengroßes Minisolarkraftwerk zu entwickeln, welches sämtliche USB Geräte aufladen kann. Dabei soll es 200% besser sein, als jedes Produkt, was sich aktuell auf dem Markt befindet. Das WakaWaka Power kann man auch als Taschenlampe benutzen – wenn man es einen Tag läd sogar bis zu 40 Stunden. Das Gewicht des kleinen Kraftwerks beträgt dabei nur 200g. Es soll im Mai geliefert werden. Der aktuelle Preis liegt bei 69$ + 14$ Shipping. Ich habe mir die 99$ +15$ Shipping Variante bestellt, da es sie in schwarz gibt, eine Tasche beiliegt und der Name eingraviert ist.

Ultraleicht Wandern: die Vorbereitung

Ich habe mich entschlossen, in diesem Jahr Wandern zu gehen. Da die Bedingungen für eine längere Wanderung optimal sind und ich seit dem Teilstück des Traumpfades München-Venedig im letzten Jahr den Wunsch habe, die komplette 550 km lange Strecke zu laufen, werde ich das wohl in diesem Jahr angehen. Mein größter Fehler war damals, einfach zu viel Gepäck mitzunehmen. Zum einen wusste ich nicht genau, was mich erwartet, zum anderen wollte ich auf alles vorbereitet sein – ein typischer Anfängerfehler. Mit ca. 13 Kilo Gewicht inklusive Rucksack, Zelt, Schlafsack, Isomatte, Kocher, Essen, GPS, Ladegerät, Ersatzakkus, Regenschutz und der ein und anderen Sache, war ich allerdings erstaunlich leicht unterwegs. Dumm nur, dass freies Zelten in Österreich verboten ist. Zudem sollte man unter 10 Kilogramm bleiben, wenn man die Landschaft genießen will – die Obergrenze beim Ultraleicht Wandern liegt sogar bei nur 5 Kilogramm Basisgewicht. Nach zwei Tagen schickte ich daher den nicht benötigten Teil der Ausrüstung per Post zurück nach Hause.

Um in diesem Jahr von Anfang an leicht unterwegs zu sein, recherchiere ich schon seit einiger Zeit, wie man das Gewicht auf ein Minimum reduzieren kann. Das Stichwort ist: ultraleicht Wandern. Auf Spiegel Online habe ich damals kurz nach meinem Urlaub einen Artikel darüber gelesen und mir daraufhin zum Geburtstag das Buch Trekking ultraleicht von Stefan Dapprich schenken lassen – ein guter Einstieg. Doch auch das Internet hat einiges an Informationen zu bieten. Besonders überzeugt hat mich der Bericht von Carsten Jost auf StadtLandFlucht.  Aber auch der Blog der Beute(l)tiere, Knilchs Blog, der Outdoor BlogLeichtsinnig, das Trekking ultraleicht Forum und einige andere Seiten haben mir nützliche Tipps gegeben wie ich das Rucksackgewicht optieren kann. Das ganze Projekt wird zwar etwas kostspielig, doch zum Glück gibt es Ebay, um meine alte Ausrüstung zu verkaufen.

Poncho Tarp
Meine erste neue Errungenschaft ist der Golite Poncho Tarp. Ich habe ihn morgens bei SackUndPack bestellt und bereits am nächsten Tag erhalten. So stelle ich mir einen guten Onlineshop vor! Mit 215 Gramm ist der Poncho ein Leichtgewicht. Zwar streiten sich die Experten, ob eingeschränkte Sicht und flatternde Plane wirklich sinnvoller sind als Regenkleidung, doch für mich überwiegen eindeutig die Vorteile:

  • Einsetzbar als Tarp. Wanderstöcke werde ich ohnehin mitnehmen
  • Rucksack-Regenschutz
  • Es läuft kein Wasser zwischen Rucksack und Körper
  • 100% wasserdicht

httpv://www.youtube.com/watch?v=mjGBayyE208

Eine schöne Übersicht über alle weiteren Vorteile die Seite Outdoor Professionell.

Der Rucksack
Die größte Gewichtsersparnis werde ich jedoch durch einen neuen Rucksack erreichen. Zwar gibt es schon etwas länger mit dem Golite Pinnacle ein brauchbares Modell, was nach einem Gewichtstuning 620 Gramm wiegt, doch bestellt habe ich mir ein noch leichters Modell Made in Germany: den HuckePack von Laufbursche Gear. Wo herkömmliche Rucksäcke ein schweres ausgeklügeltes Tragesystem für 20 Kg Gewicht haben, dient als Rückenposter lediglich eine faltbare Thermarest Z-Lite Matte, die man unterwegs als Unterlage für ein kleines Schläfchen zweckentfemden kann. Unterm Strich werde ich so 2 Kg weniger auf dem Rücken tragen als beim letzen Mal.

Der Schlafsack
Zum Übernachten in der Hütte, auf dem Flughafen beim Warten oder auch mal bei Bekannten hat sich der Cocoon Expedition Liner mit 120 Gramm bewährt. Da es in der Hütte Decken zum Drüberlegen gibt, darf es in der Nacht auch ruhig mal kälter werden. Ursprünglich hatte ich den Liner übrigens als Inlett für meinen Schlafsack auf Festivals gekauft, da ich nach der Party durchgeschwitzt bin und keine Dusche zur Verfügung steht. Jedes Waschen eines Schlafsackes reduziert seine Isolationskraft. Nichtsdestotrotz habe ich mir auch noch einen neuen Schlafsack bestellt, der leichter als mein Ajungilak Kompakt Spring mit 1200g ist. Da ich allergisch auf Daunen reagieren könnte und Kunstfaser schneller trocknet, habe ich bei Bergfreunde.de einen Salewa – Sigma Micro 800 – Kunstfaserschlafsack mit 820 g bestellt.

Die Luftmatratze
Wie bereits erwähnt, kann eine Therm-A-Rest Z-Lite Isomatte als Rückenpolster für den Rucksack dienen. In der vollen Größe wiegt sie 380g. Allerdings kann man den Kopf auf einen gefüllten Packsack oder den Rucksack legen, so dass die volle Länge eigentlich nicht benötigt wird. Mehr Kompfort und geringeres Packmaß bietet nur noch die Therm-A-Rest NeoAir XLite. Allerdings lässt die sich nicht als Rückenpolster verwenden.

Der Bivy
Da in den Bergen das Wetter plötzlich umschlagen kann, wird empfohlen, einen Biwak Sack mitzunehmen, in dem man auch mal eine regnerische Nacht überstehen kann. In Kombination mit dem oben genannten Tarp und dem Schlafsack ist es zudem eine perfekte Alternative für überfüllte Hütten. Ich habe mir den Terra Nova Moonlite Bivi bestellt, der nur 184g auf die Waage bringt.

Der Regenschirm
Wer einen Regenschirm besitzt, der möchte ihn nicht mehr missen, da er luftiger und regenfester ist als jede Funktionskleidung. Ein Trekkingschirm kann, wenn er eine spezielle Beschichtung hat, vor der UV Strahlung schützen. Unbrauchbar ist er nur, wenn der Regen von der Seite kommt und starker Wind weht. Ansonsten ist er eine perfekte Ergänzung für die Poncho Tarp – Bivy Kombination. Der bewährteste Vertreter ist der Euroschirm Trekking Schirm. Ein beeindruckendes Video bestätigt seine Robustheit. Ob die 216g zusätzliches Gewicht im Rucksack landen, entscheide ich spontan. In Hamburg wird er aber einen festen Platz in meiner Tasche einnehmen.

Die Beleuchtung
Eine Taschenlampe darf auf keinen Fall im Gepäck fehlen. Sowohl in der Hütte, wenn man mal in der Nacht aufstehen muss, aber auch, wenn man sich bei der Streckendauer verkalkuliert hat, findet man bequem den Weg ans Ziel. Bislang hatte ich eine LED Stablampe. In Kombination mit Wanderstöcken ist sie aber relativ unbrauchbar. Sicher könnte ich mir eine Konstuktion mit einem Schweißband überlegen, doch eine fertige Stirnlampe ist ausgereifter. Entschieden habe ich mich für eine Black Diamond – Gizmo – Stirnlampe. Sie wiegt 58g inklusive Batterien, hat eine ungefähre Leuchtdauer von 100 Stunden und eine Reichweite von bis zu 25m. Leichter geht es zwar auch mit einer nur 27g schweren Notfallstirnlampe E+ Lite, doch Sicherheit ist mir wichtiger. Und die Knopfbatterien bekommt man unterwegs auch nicht aufgeladen bzw. wiederverwendet.

Das GPS
Auf meinen bisherigen Ausflügen hat sich ein GPS immer sehr bewährt. Zum einen liebe ich technisches Spielzeug, zum anderen hatte ich immer nur schlechte Erfahrungen mit Papierkarten. Ein Smartphone ist zwar auch immer dabei, aber die Geschwindigkeit der Positionierung lässt zu wünschen übrig, wenn man sich im Wald ohne Handynetz befindet. Ich bin bereits im Besitz eines Garmin Oregon 300, was zuverlässig tut, was es soll. Mittlerweile stört mich aber die Größe, das Gewicht und der Touchscreen, der immer zwei Hände benötigt und mit Handschuhen nicht funktioniert. Neu bestellt habe ich mir daher ein Garmin eTrex 30. Es ist leichter, kompakter und dank eines Steuersticks auch mit einer Hand im Handschuh zu bedienen. Als störend werde ich wahrscheinlich nur das kleinere Display und die geringere Geschwindigkeit empfinden.

Der Wasserbehälter
Bei meiner letzten Wanderung habe ich links und rechts in den Rucksack Volvic Plastikflaschen gesteckt. Allerdings war das immer ein ziemliches gequetsche und besonders leicht sind sie auch nicht. Bewährt haben sich laut Internet die Platypus Plastikflaschen. Sie sind flach und leicht, so dass man sie immer irgendwo unterbringen kann. Neben einfachen Systemen habe ich mir auch noch ein Platypus Hoser Trinksystem 2 Liter  mit Schlauch bestellt. Der Schlauch bringt zwar zusätzliches Gewicht mit, aber dafür muss ich nicht jedes Mal den Rucksack absetzen. Ob es auf meine finale Packliste kommt, wird der Test zeigen.

Das Messer
Ein Mann ohne Messer ist kein Mann. Ich habe bereits in der ersten Klasse von meinen Eltern ein Schweizer Taschenmesser geschenkt bekommen, was ich auch jetzt noch täglich bei mir habe. Leider fehlen ihm eine Schere und ein Zahnstocher. Zwei Klingen, Dosenöffner, Schraubenzieher und Flaschenöffner sind in der Wildnis auch weniger von Nutzen und eine Säge brauche ich auch nicht so wirklich. Daher habe ich mir das Victorinox Signature bestellt. Es bringt neben Schere, Nagelpfeile, Messer, Zahnstocher und Pinzette auch noch einen Stift mit, was auch in der Zukunft sicher von nutzen sein wird.

Die Körperbekleidung
Viel kann man über Bekleidung diskutieren – noch mehr kann man darüber lesen. Für mich hat sich sowohl im Alltag als auch draußen das Zwiebelsystem bewährt. Bislang hatte ich immer als erste Schicht ein 150er oder 200er Merino T-Shirt an, darüber einen leichten Fleece und darüber eine dünne Regenjacke oder einen dicken Fleece. Als Hose hat ein leichtes Modell von Maul in Kombination mit einer langen Unterhose von Odlo gute Dienste geleistet. Die Hose habe ich sogar mal als Badehose in Bulgarien zweckentfremdet. Für kältere Situationen besitze ich auch noch ein Merino Longsleeve. Meine zwei kurzen Unterhosen sind ebenfalls von Odlo. Sie sind leicht und trocknen schnell.

An meinem bisherigen Setup stört mich bislang nur die dritte Schicht. Der dicke Fleece ist zu schwer und die Regenjacke hat eine unbequeme Kapuze. Zudem übernehmen ja der Poncho und der Schim die Aufgabe des Regenschutzes.

Die Beute(l)tiere berichten auf ihrem Blog begeistert über den Montane Featherlite Smock. Mit knapp über 100g sowie einem Packmaß von der Größe eines Apfels gehört er zu den leichtesten Vertretern der zweiten Schicht. Da er windicht, wasserabweisend und schnell trocknend ist, wird er zusammen mit meinem Merino Longsleeve, Merino 200g T-Shirt, einem leichten Fleece und dem Poncho mein neues Setup bilden.

Die Fußbekleidung
Was die Füße angeht, bin ich noch unentschlossen. Wenn ich das Gewicht meines Rucksackes reduziere, benötige ich jedenfalls nicht mehr meine schweren Meindl Stiefel. Eine Faustregel besagt, dass das Gewicht der Schuhe das dreifache des Rucksackinhaltes entspricht. Trage ich also nur 500g schwere Schuhe anstatt meiner 1500g Stiefel, fühlt sich das an, als hätte ich 3kg weniger im Rucksack. Die Füße stellen allerdings die riskanteste Optimierungsmöglichkeit dar. Falsche Schuhe können die Tour zum scheitern lassen.

Als Socken haben sich meine Falke TK4 Trekkingsocken bewährt. Sollte ich mich zum Kauf von leichteren Schuhen entschließen, könnte ich auch zu leichteren TK2 Socken greifen. Drei Paar werde ich mitnehmen, da Socken bei einer langen Tour auch mal kaputt gehen können.

Die Kopfbekleidung
Da ich lange Haare habe, nutze ich gerne einen Seidenschal. Der ist leicht, kühlt bei warmen Wetter und wärmt bei kaltem Wetter. Zudem kann ich ihn auch als Halsschal benutzen. Für den Schutz meiner Augen habe ich bislang noch nichts gefunden. Fest steht jedenfalls, dass meine 10 Euro Brille der hohen UV Strahlung auf 3000m nicht standgehalten hat.

Trekkingstöcke
Zu den leichtesten ausziehbaren Trekkingstöcken gehören die Leki Carbonlite XL. Noch leichter sind zusammenklappbare oder fixe Stöcke. Ich finde es persönlich aber besser, die Länge entsprechend des Auf- oder Abstiegs regeln zu können.

Essen
Wenn ich abends auf der Hütte esse, reichen mir tagsüber ein bis zwei Energy Oat Snack Riegel. Als Frühstück hat sich Müsli bewährt. Als kleiner Energieschub für zwischendurch habe ich Zartbitterschokolade für mich entdeckt. Ein Kochset kann man sich zwar mit einem Gewicht von 100g auch basteln, doch das Hüttenessen reicht mir als warme Mahlzeit.

Sonstiges
Ich nehme immer ein großes und ein kleines Sea to Summit Pockettowl mit. Das große benutze ich, um meinen Körper nach dem Waschen abzutrocknen, das kleinere ist purer Luxus und dient als Kopfkissenbezug in der Hütte.

Erste Hilfe Set, Becher, Hüttenschuhe, Handschuhe, Rasierer, Seife, Shampoo, Kamm, Zahnbürste, Zahnpasta, Sonnencreme, UV-Lippenschutz, Fotoapparat, Smartphone, Kopfhörer, Ladegerät, Ersatzakkus, Packsäcke, Klopapier, Kreditkarte, EC-Karte, Versicherungskarte, DAV-Ausweis, Personalausweis, Impfpass, Ticket und Reiseführer kommen noch dazu.

Vorläufige Packliste
In Arbeit …

Allgemein Marke Gewicht
Schuhe
Hüttenschuhe/Flipflops Reef. Modell unbekannt
Rucksack Huckepack
Rückenpolster
Schlafsack
Biwacksack
Schlafanzug
T-Shirt
Longsleeve
Hose
Fleeze
Socken
T-Shirt
Kurze Unterhose
Lange Unterhose
T-Shirt
Regenjacke
Regenhose
Regenschirm
Trekkingstöcke
Mütze
Sonnenbrille
Handschuhe
Schal
Fotoapparat
Ladegerät für Fotoapparat
GPS Gerät
4 Mignonakkus und Ladegerät
Erste Hilfe Set
Wassersack
Becher
Löffel
Taschenmesser
Kulturbeutel Rasierer, Seife, Bürste, Zahnbürste, Zahnpasta, Ohrstöpsel, Badehaube
Sonnenschutz Sonnencreme, UV-Lippenschutz
Smartphone, Ladegerät, Kopfhörer
Klopapier
Unterlagen
Packsäcke Kreditkarte, EC-Karte, Versicherungskarte, DAV-Ausweis, Personalausweis, Impfpass, Ticket und Reiseführer

Erstes Fazit
Ich habe in den letzten Jahren schon einiges an Geld bei Globetrotter gelassen. Je mehr ich mich aber mit der Optimierung des Ausrüstunggewichts befasse, desto klarer wird mir, dass die großen Outdoorgeschäfte eine andere Zielgruppe im Blick haben. Die meisten Produkte eignen sich gut für Camping, Festivals und die Freizeit in Stadtnähe. Wenn es um absolute Leichtigkeit geht, ist man bei SackUndPack, Trekking Lite Store, Laufbursche Gear und US bzw. GB Cottages wie MLD besser aufgehoben. Auf der einen Seite finde ich es gut, dass es Nieschen für kleine Unternehmen gibt. Auf der anderen Seite wäre es aber schön, wenn ich eine Montane Featherlite Smock auch bei Globetrotter finden würde. Allerdings muss man Globetrotter hoch anrechnen, dass sie (laut Hersteller) aktuell das einzige Geschäft in Hamburg sind, was überhaupt Montane Kleidung führt.